Ehrlichiose beim Hund

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Ehrlichiose (Zeckenfieber) beim Hund

Die Ehrlichiose beim Hund ist eine Infektionskrankheit, die von Zecken übertragen wird. Der Verlauf einer Ehrlichiose, die auch als Zeckenfieber bezeichnet wird, ist akut bis chronisch und kann ohne Behandlung ernste Folgen für Ihren Hund haben.

Obwohl Ehrlichiose nach wie vor hauptsächlich im Mittelmeerraum und anderen südlichen Gebieten auf der Welt verbreitet ist, kann es mittlerweile durchaus auch in Deutschland zu einer Infektion mit Zeckenfieber kommen. Auch wenn das Risiko bei uns deutlich geringer ist, handelt es sich daher nicht mehr um eine reine Mittelmeerkrankheit.

Um Ihren Hund vor den Folgen einer Infektion mit Ehrlichiose zu schützen, sollten Sie  wissen, welche Symptome infolge des Zeckenfiebers auftreten, wie sich die Krankheit behandeln lässt und welche Möglichkeiten zur Vorbeugung es gibt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ehrlichiose?

Ehrlichiose ist eine Infektionskrankheit, die bei Ihrem Hund durch das Bakterium Ehrlichia canis ausgelöst wird. Diese Bakterien befallen die weißen Blutkörperchen, genauer gesagt die Monozyten und vermehren sich in diesen.

Durch den Befall mit Ehrlichia canis wird die Abwehrfunktion der Monozyten unterdrückt. Der Körper Ihres Hundes bildet zwar viele Antikörper gegen die Ehrlichiose-Infektion. Diese bleiben jedoch ohne Wirkung.

Ursachen einer Ehrlichiose-Infektion beim Hund

Ehrlichiose ist eine der Krankheiten, mit denen sich Ihr Hund infolge eines Zeckenbisses infizieren kann. Sie wird insbesondere durch die Braune Hundezecke übertragen.

Sticht eine Zecke, die Ehrlichia canis in sich trägt, Ihren Hund, gelangen die Erreger während der Blutmahlzeit des Parasiten in den Körper des Vierbeiners. Die Übertragung dauert ungefähr drei Stunden, was im Vergleich mit anderen Infektionskrankheiten wie Babesiose oder Borreliose relativ kurz ist.

Ehrlichiose gilt als klassische Mittelmeerkrankheit, die zudem auch in den Tropen und Subtropen verbreitet ist. Das bedeutet, dass insbesondere Hunde, die mit in den Urlaub nach Südeuropa genommen werden, gefährdet sind.

Da die Braune Hundezecke zwischenzeitlich jedoch auch vermehrt nördlich der Alpen vorkommt, besteht mittlerweile auch bei uns das Risiko einer Infektion. Dieses mag zurzeit zwar noch vergleichsweise gering sein, sollte aber dennoch nicht ausgeschlossen werden.

Symptome einer Ehrlichiose-Infektion beim Hund

Eine Infektion mit Ehrlichiose verläuft akut bis chronisch. Die Symptome, die infolge der Erkrankung auftreten können, sind zahlreich und unspezifisch. Sie betreffen alle Hunde, wobei Welpen meist besonders stark unter ihnen leiden.

Nach einer Inkubationszeit von knapp drei Wochen beginnt zunächst die akute Phase der Ehrlichiose.

Diese äußert sich mit folgenden Beschwerden:

  • Nasenbluten
  • Erbrechen
  • Atemnot
  • Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Schleimig-eitriger Nasenausfluss
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Muskelzucken
  • Überempfindlichkeit

Die akute Phase einer Ehrlichiose-Infektion dauert ungefähr zwei bis vier Wochen. Danach klingen die Symptome zunächst vollständig ab und es scheint, als habe Ihr Hund alles überstanden.

Doch auch wenn für Wochen oder gar Jahre keine Beschwerden auftreten, ist die Infektion nach wie vor vorhanden und kann jederzeit in die chronische Phase der Erkrankung übergehen.

Zu den Symptomen der chronischen Phase zählen unter anderem:

  • Abgeschlagenheit
  • Anämie (Blutarmut)
  • Polyarthritis
  • Blutungen und Ödeme
  • Gewichtsverlust
  • Milzvergrößerung
  • Meningoenzephalitis

Bei etwa einem Viertel aller infizierten Hunde kommt es darüber hinaus zu einer stark erhöhten Neigung zu Blutungen.

Da die Braune Hundezecke auch andere Krankheitserreger in sich tragen kann, ist unter anderem eine gleichzeitige Infektion mit Babesiose möglich. Eine solche Sekundärinfektion kann den Verlauf der Ehrlichiose bei Ihrem Hund zusätzlich verkomplizieren.

Diagnose und Therapie

Diagnose einer Ehrlichiose-Infektion beim Hund

Die Symptome, die bei einer Infektion mit Ehrlichiose auftreten, können auch auf andere Krankheiten schließen lassen. Eine Diagnose ist daher nur durch entsprechende Tests bei einem Tierarzt möglich. Diesen sollten Sie mit Ihrem Hund bei einem Verdacht auf Ehrlichiose auch unbedingt aufsuchen.

Der Tierarzt kann die Erreger in einer Blutprobe oder Proben aus Organen, wie zum Beispiel der Lunge, nachweisen. Ein solcher Test ist ungefähr 13 Tage nach einer Infektion mit Ehrlichiose aussagekräftig.

Behandlung einer Ehrlichiose-Infektion beim Hund

Bestätigt sich der Verdacht, dass Ihr Hund sich mit Ehrlichiose infiziert hat, muss er umgehend behandelt werden. Für die Therapie stehen verschiedene Antibiotika, wie zum Beispiel Tetracyclin oder Doxycyclin, zur Verfügung. Diese Medikamente muss Ihr Hund in der Regel über einen Zeitraum von 10 Tagen bis zwei Wochen einnehmen.

In schweren Fällen kann es zusätzlich notwendig sein, dass Ihr Hund Bluttransfusionen erhält, um der Zerstörung seiner weißen Blutkörperchen entgegenzuwirken.

Heilungschancen einer Infektion mit Ehrlichiose

Ob sich Ihr Hund vollständig von seiner Ehrlichiose-Infektion erholt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt, stehen die Heilungschancen im Allgemeinen recht gut. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass Sie beim Auftreten der genannten Symptome umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Wie gut Ihr Hund die Infektion verkraftet, hängt jedoch nicht zuletzt auch von seinem generellen Allgemeinzustand und seinem Alter ab. Gerade Welpen, die noch kein vollständig entwickeltes Immunsystem haben, leiden oft besonders stark unter den Symptomen einer Ehrlichiose.

Ist Ehrlichiose ansteckend?

Auch Menschen können an Ehrlichiose erkranken. Allerdings gelten auch hier in erster Linie Zecken als Überträger der Krankheit. Eine direkte Übertragung von Ihrem Hund auf Sie ist, ebenso wie die Infektion eines anderen Vierbeiners, äußerst unwahrscheinlich.

Das bedeutet jedoch auch, dass die beschriebenen Maßnahmen gegen einen Zeckenbefall Ihres Hundes umso wichtiger sind. Denn sie können nicht nur den Vierbeiner, sondern auch dich vor einer Infektion mit Ehrlichiose (und anderen von Zecken übertragenen Krankheiten) schützen.

Vorbeugung einer Ehrlichiose-Infektion

Da es bislang keinen Impfstoff gegen Ehrlichiose gibt, stellt ein guter Schutz vor Zecken im Grunde genommen die einzige wirksame Möglichkeit dar, um eine Infektion mit dieser Krankheit zu vermeiden. Sie sollten das Thema Zeckenprophylaxe daher unbedingt ernst nehmen.

Um Ihren Hund vor Zecken zu schützen, haben sich die folgenden Maßnahmen bewährt:

  • Verwendung eines Zeckenmittels mit repellierender (abschreckender) Wirkung
  • Gründliches Absuchen des Hundes nach dem Gassigehen
  • Umgehende Entfernung von Zecken, bevor diese zustechen können
  • Nutzung einer Zeckenzange, falls einer der Parasiten bereits zugestochen hat

Bei der Wahl des passenden Zeckenmittels sollten Sie bedenken, dass diese oft Insektizide als Wirkstoff enthalten. Neben den Zecken kann das durchaus auch Ihrem Hund schaden.

Hinzu kommt, dass nicht jedes dieser Präparate tatsächlich eine zufriedenstellende Wirkung zeigt. So hat zum Beispiel die Braune Hundezecke, die Ehrlichiose hauptsächlich überträgt, bereits Resistenzen gegen den verbreiteten Wirkstoff Permethrin gebildet.

Vor dem Kauf eines Zeckenmittels sollten Sie daher sowohl Nutzen und Risiken miteinander abwägen, als auch sicherstellen, dass das Produkt Ihrer Wahl tatsächlich wirkt.

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